[Ingo Rous, www.ruhrtal-journal.de, 28. September 2018] Wenn Mo Asumang am 7. Oktober (Sonntag) nachmittags nach Schwerte kommt, dann ist sie ganz frisch Trägerin eines ganz besonderen Literaturpreises. Denn der Alfred-Müller-Felsenberg-Preis für aufrechte Literatur wird ihr erst morgens in Unna von Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke übergeben. Mo Asumang erhält den Preis für ihr außrgewöhnliches Engagement gegen jede Art von Menschenfeindlichkeit und die daraus entstandene Buchdokumentation „Mo und die Arier“. Einer aus Schwerte ist dann ganz dicht dran: Der Lyriker Thorsten Trelenberg nämlich leitet seit 2015 die Vergabe, sitzt der Jury vor und ist 2012 selbst mit dem Preis ausgezeichnet worden.

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Sitzen alle in einem Boot: Stephan Sauerwald (Realschule), Bärbel Eschmann (RTG), Dirk Harms (JVA), Markus Hippert (Gesamtschule), Ursula Meise, Heiko Klanke (FBG) und Sevgi Kaharaman-Brust (KI) (v.l.)

Keine Frage, Mo Asumang wird stolz sein auf diesen Preis, wird ihn mitbringen von der Verleihung am Sonntagmorgen im Philipp-Nicolai-Haus in Unna, wo Landrat Michael Makiolla ein Grußwort sprechen und Marc Frese, Präsidentder Auslandsgesellschaft Deutschland, die Laudatio halten wird. Die Lesung in Schwerte beginnt dann um 16.30 Uhr in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, ist eine Veranstaltung des Westfälischen Literaturbüros in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum Kreis Unna. Mit im Boot sitzen das Schwerter Bündnis gegen Rechts, die Justizvollzugsanstalt Schwerte (wo am 9. Oktober eine nicht öffentliche Lesung stattfinden wird) und die weiterführenden Schulen wie das Friedrich-Bährens-Gymnasiums, wie das Ruhrtalgymnasium, die Gesamtschule Gänsewinkel und die Realschule Bohlgarten. FBG, RTG und die Gesamtschule tragen den Titel Schule ohne Rassismus. Neben der Öffentlichkeit sind also auch Schülerinnen und Schüler eingeladen, der Lesung zu einem brandaktuellen Thema beizuwohnen.

Patin im Projekt Schule ohne Rassismus

Mo Asumang ist eine deutsche Regisseurin, Fernsehmoderatorin (Liebe Sünde), Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin und Filmproduzentin. Sie ist seit 2014 Botschafterin gegen Rassismus für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Sie hat in diesem Jahr eine Video-Installation erstellt mit dem Titel „help me / chapter 1“. In dem Film „The Ghostwriter“ von Roman Polanski ist sie in der Rolle der damaligen US-Außenministeriums Condoleezza Rice zu sehen. 2014 ist ihr Dokumentarfilm „Die ARIER“ erschienen, der ein Jahr später für den Grimme-Preis nominiert wurde. Sie ist zudem Patin im Projekt Schule ohne Rassismus.

„Diese Lesung ist ein wahres Pfund für uns“, sagt Ursula Meise, Sprecherin im Schwerter Bündnis gegen Rechts. „Der Rechtsruck in Deutschland macht uns zu schaffen“, sagt sie. Dirk Harms, Pfarrer in der JVA Schwerte, bestätigt das. „Wir merken, dass da etwas in die falsche Richtung wächst, wir wollen gegensteuern“, begründet er seine Teilnahme an der Lesungsrunde Asumangs durch den Kreis Unna.

Der Eintritt zur Lesung in der FBG-Aula (Ostberger Straße 17) am 7. Oktober ab 16.30 Uhr ist frei.
https://www.mo-asumang-management.com/

Schwerte-Ost. Vor 73 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, wurde Deutschland und die Welt vom Nationalsozialismus befreit. Dieser Tag ist in Schwerte ein wichtiger Tag der mahnenden Erinnerung. Begangen wird er alljährlich an der Gedenkstätte an der Emil-Rohrmann-Straße und damit auf dem Gelände des ehemaligen Außenkommandos des Konzentrationslagers Buchenwald.

Nach einem Grußwort von Fritz-Günter Held von der Schwerter Friedensinitiative, der die Rüstungsindustrie, ihre Exporte und ihre Unterstützer kritisierte, sah Dimitrios Axourgos im 8. Mai die Botschaft und die Mahnung, nicht wegzuschauen. „Wir gedenken allen Opfern eines von den Nazis errichteten Ausbeutungs- und Vernichtungsmaschinerie“, unterstrich der Bürgermeister. Der Gedenktag sei nicht nur ein Tag der Rückschau, sondern auch einer, an dem „wir gegenwärtige Entwicklungen kritisch analysieren müssen und auf eine Zukunft hinzuarbeiten, die frei von Kriegen, Machtgier und Unterdrückung ist“. Nur ein friedvolles Miteinander könne die Menschen vor einer Wiederholung vergangenen Schrecken schützen. „Der 8. Mai ist auch ein Anlass, daran zu erinnern, dass es unser aller Aufgabe ist, den Einfluss menschenfeindlicher Ideologien einzudämmen.“

Das künstlerische Rahmenprogramm gestaltet das Ensemble STUDIO 7 | Theaterwerkstatt für aktive Kultur e.V. mit dem Stück „Träume von Antigone“ unter der Regie von Christoph Falke.

Schwerte/Dortmund. Europa steht für Vielfalt. Es ist ein Zusammenschluss vieler Länder, um gemeinsam stark zu sein. Das Bündnis Schwerte gegen Rechts steht für ein buntes und vielfältiges Europa. Daher folgen die Mitglieder natürlich dem Aufruf aus Dortmund: „Europäer aller Länder versammelt euch! Unser Europa – bunt statt braun.“

Am 14. April rufen Rechte zu einem Aufmarsch in Dortmund auf, der Arbeitskreis reagiert mit einer gegen Demonstration. „Wir als Bündnis werden gemeinsam mit dem Kunterbunt e.V. nach Dortmund fahren und Flagge zeigen. Wir dürfen uns das von dem Rechten nicht gefallen lassen“ so Ulla Meise, die Sprecherin. Das ist so wichtig, da dieser Aufmarsch hauptsächlich bei dem Kongress der Rechten in Schwerte geplant wurde. Das Bündnis und der Kunterbunt e.V. laden alle Schwerterinnen und Schwerter ein, sich anzuschließen. „Gemeinsam sind wir stark und wer Lust hat, ist uns immer willkommen“ so Meise. Es hat sich auch in anderen Städten bewährt, gemeinsam anzureisen, selbst wenn sich vor Ort einzelne anders orientieren. Daher ist Treffpunkt um 11 Uhr vor dem Bahnhof.

Die Initiative Schwerte gegen Rechts lädt ale Menschen ein, mit uns gemeinsam zu den Demonstrationen in Dortmund zu fahren. Wir treffen uns in Schwerte am Bahnhof am Samstag, den 14.4. um 11:00 Uhr und fahren mit der Bahn nach Dortmund.

14.4.2018 - 13 Uhr Demo ab S/U-Bahnhof Stadthaus (hinter der Grünfläche an der Saarlandstr.) Samstag 14.4.2018 - 12:30 - 16:00
oberhalb Europabrunnen/Kleppingstraße
Für den 14. April 2018 mobilisieren Dortmunder Nazis der Partei „Die Rechte“ europaweit zu einer Demonstration nach Dortmund – diesmal im Verbund mit anderen europäischen Nazis unter einem Motto, das starke Anklänge an den Nationalsozialismus hat („Europa Erwache!“).

In vielen Teilen Europas sind rechte Bewegungen und Parteien auf dem Vormarsch. Anknüpfend an diese Stimmung versuchen nun auch die Dortmunder Nazis sich mit einem neuen Format zu etablieren bzw. ihre Position in der europäischen extremen Rechten zu festigen.

Dies gilt es zu verhindern!

Stellen wir uns dem Rechtsruck in Europa und am 14. April ganz konkret dem Naziaufmarsch in Dortmund entgegen. Zeigen wir den Nazis, dass wir ein offenes, solidarisches und soziales Europa und keine nationalistische Beschränktheit wollen! Zeigen wir ihnen, dass wir uns gegen jegliche rechte Hetze und Ausgrenzung stellen!

Europäer aller Länder, versammelt Euch!
Unser Europa - bunt statt braun.
Rechtsextremisten aller Braunschattierungen haben Europa entdeckt. Am 14. April 2018 wollen sie mit ihren Gesinnungsgenossen aus anderen Ländern wieder einmal durch unsere Stadt Dortmund marschieren.
Ihre Parole heißt „Europa erwache!“ Damit erinnern sie an den hetzerischen Ruf „Deutschland erwache!“ der NS- Zeit und stellen sich in die Tradition ihrer verbrecherischen Vorgänger.
Auch uns gefällt einiges nicht am gegenwärtigen Zustand Europas. Es muss demokratischer und sozialer werden. Aber dies ist das beste Europa, das es je gegeben hat! Weil es ein Friedensprojekt, ein Garant dauerhaften Friedens ist, inzwischen seit 73 Jahren.

Darum widersprechen wir auch den Populisten, die die Idee Europas aufgeben und nationalistischer
Abschottung das Wort reden. 

 

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Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus Dortmund 

 

[Bianca Hoffmann, www.unna24.de] Am Donnerstag veranstaltet der Kreisverband der Partei „Die Rechte“ eine Kundgebung auf dem Alten Markt in Unna. Die Veranstaltung wird Gegenwind bekommen. So ist beispielsweise eine Kundgebung des Runden Tisches gegen Gewalt und Rassismus geplant.

2018 03 29 Unna KundgebungUm 17 Uhr wird es erst einmal bunt auf dem Alten Markt, bevor es dann gegen 19 Uhr vor Polizei wimmeln wird. Die Kundgebung des Runden Tisches wird überschrieben mit: „Weltoffenes Unna – alle sind gleich, alle sind anders und alle sind wichtig.“ Das demonstrieren Schülergruppen, Kirchen, Gewerkschaften und Weiterbildungsinstitute. Und natürlich auch jeder Unnaer, der sich diesem Motto verpflichtet fühlt.

Klaus Koppenberg vom Runden Tisch gegen Gewalt und Rassismus rechnet mit ungefähr 100 Teilnehmern. Allerdings sei es wegen der Osterferien schwer zu sagen. Neben Redebeiträgen der verschiedenen Akteure spielt auch die Schülerband „Grammophonics“. Die Reden sind kurz gehalten und sollen die Vielfalt demonstrieren.

Ab 19 Uhr findet auf dem Alten Markt dann die Veranstaltung der Partei „Die Rechte“ statt. Und in der Bahnhofstraße sowie der Massener Straße wird es bunt, wenn die Teilnehmer der Gegenkundgebung vom Runden Tisch ihre Fähnchen, Luftballons und Schilder schwenken. „Wir versuchen, ein symbolisches Zeichen zu setzen“, sagt Klaus Koppenberg.